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Heinrich Zoelly




(1862–1937)

Unsere Wasserkraftquellen gehen zur Neige, und immer neuere Pläne für grosse thermische Anlagen entstehen. Bald werden auch in der Schweiz grosse Dampfturbinen in Betrieb gesetzt werden müssen.

Dr. Heinrich Zoelly, am 11. April 1862 als Sohn eines deutschen Kaufmanns in Mexiko geboren, kam mit seinen Eltern 1865 nach Zürich. Als 20-jähriger diplomierte er am Eidgenössischen Polytechnikum und trat nach Auslandpraxis 1886 bei Escher Wyss als Ingenieur ein. Diesem Unternehmen blieb er bis 1931 treu und lieh ihm seine ganze Kraft, sein ganzes, mit Fantasie und Mut gepaartes praktisches und theoretisches Können. Seine technische Leistung trug ihm 1912 den Ehrendoktor der ETH ein.

Um 1900 setzte er ein mit seinen Studien über Dampfturbinen, bei denen er von den bei Wasserturbinen erprobten Formen ausging. In engem Kontakt mit Prof. Stodola wurden dann neue Formen mit axialer Beaufschlagung entwickelt, und 1903 lief die erste Zoelly-Turbine, eine mehrstufige Aktionsturbine von 370 kW Leistung, die trotz niedrigem Dampfdruck und niedriger Temperatur einen thermodynamischen Wirkungsgrad von 62% erreichte.

Die Zoelly-Turbine konnte sich daher neben zahlreichen etwa zu gleicher Zeit entstandenen ausländischen Turbinen (Parson in England, Rateau in Frankreich, Lasche in Deutschland, Curtis in USA, Laval in Schweden) behaupten. Escher Wyss, die bis dahin Kolbendampfmaschinen gebaut hatten, wagten es 1913, diesen Fabrikationszweig ganz aufzugeben und sich endgültig und ausschliesslich dem Turbinenbau zu verschreiben. Es lag nahe und war verlockend, die Dampfturbine auch für den Lokomotivantrieb anzuwenden. Zoelly gelang es, in jahrelanger Entwicklungsarbeit, betriebstüchtige Dampfturbinen-Lokomotiven zu entwickeln (1926 Zoelly-SLM, später 1930 Krupp-Zoelly). Die dann einsetzende Elektrifizierung und auch der Dieselmotor haben in der Folge einer allgemeinen Einführung im Wege gestanden.

Zoelly, der dank seiner Vielseitigkeit auch auf anderen Gebieten viel geleistet hat, starb am 30. März 1937 in seiner ihm zur Heimat gewordenen Stadt Zürich.

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