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Walter Wyssling




(1862–1945)

Walter Wyssling wurde am 12. Januar 1862 in Zürich geboren. Sein Vater, Sekundarlehrer Johann Kaspar Wyssling, war eben zum Verwalter der im Oetenbach untergebrachten Strafanstalt gewählt worden. Schon mit 17 Jahren verlor Walter seinen Vater und musste dann selber für einen Teil des Lebensunterhaltes sorgen. 1884 schloss er seine Studien am Polytechnikum als Fachlehrer für Mathematik und Physik ab. Da er keine Lehrstelle fand, trat er in den Dienst der «Zürcher-Telephon-Gesellschaft», die um jene Zeit auch Beleuchtungsanlagen zu erstellen begann. 1891 wechselte er zum «Elektrizitätswerk der Stadt Zürich», wo er den Bau des ersten stadtzürcherischen Wechselstromwerks leitete. Die 1893 gegründete «Aktiengesellschaft Elektrizitätswerk an der Sihl» in Wädenswil übertrug ihm die Ausführung des Werks und berief ihn 1895 zu ihrem Direktor. Um dieselbe Zeit erhielt er auch die Professur am Polytechnikum, die er bis 1927 innehatte. 1908 genehmigte das Zürchervolk die Schaffung der «Elektrizitätswerke des Kantons Zürich», in denen die Netze des kleinen Werks Dietikon, der Gesellschaft «Beznau-Löntsch» und des «Sihlwerks» aufgingen. Wyssling war bis 1913 technischer Direktor dieses Unternehmens, von welchem Moment an er sich vermehrt der Lehrtätigkeit widmete.

Wyssling galt von jeher als Autorität auf dem Gebiete des Baus elektrischer Anlagen und wurde daher oft als Experte zugezogen, was auch seine Lehrtätigkeit sehr befruchtete. Er war es auch, der die Frage der Elektrifizierung der Bahnen in Fluss brachte und als Generalsekretär der auf seine Anregung hin ins Leben gerufenen «Schweiz. Studienkommission für elektrischen Bahnbetrieb» wirkte. Zweimal war er Präsident des SEV, und von 1913 bis 1920 hatte er das Amt des Generalsekretärs von SEV und VSE inne. Dabei war es ihm vergönnt, diese beiden Verbände zu einer über Jahrzehnte dauernden, segensreichen Zusammenarbeit zu bringen. Im Militärdienst befehligte Wyssling zuletzt die Zürcher Infanterie Brigade 14. Am 22. Februar 1945, im hohen Alter von 83 Jahren, schloss er für immer die Augen.

Prof. Wyssling galt als Pedant, aber gelernt hat man sehr vieles bei ihm, und in uneigennütziger, ja in väterlicher Weise sorgte er für «seine» Studierenden. Symbol einer guten, allmählich entschwindenden Zeit.

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