Startseite  |  Verband  |  Bulletin SEV/VSE  |  Pioniere der Elektrotechnik  |  TheilerR
druckenSeite drucken

Richard Theiler




(1841–1923)

Der 1812 geborene Einsiedler Uhrmacher Meinrad Theiler interessierte sich intensiv für die Telegrafie und baute einen Schreibtelegrafen, der in London zur Börsenübermittlung Verwendung fand. 1856 wanderte er mit seiner sechsköpfigen Familie nach London aus, wo er in der Electric Telegraph Company Abteilungsleiter wurde.

1866 entschloss sich Vater Theiler zur Gründung eines eigenen Unternehmens, in dem auch seine Söhne Richard (geb. 1841) und Meinrad (1844) mitarbeiteten. Man stellte vor allem Telefonapparate her.

Um seine Kenntnisse über Elektrizität zu ergänzen, besuchte Richard den Physikunterricht am Gymnasium der Klosterschule in Einsiedeln.

1873 starb Vater Theiler, und die beiden Söhne hatten den Betrieb zu übernehmen. Nach 10 Jahren wandte sich Meinrad einer andern Tätigkeit zu und überliess die Leitung des Geschäfts seinem Bruder Richard. 1891 entschloss dieser sich zum Verkauf des Unternehmens, um mit seiner Frau, einer gebürtigen Rapperswilerin, in die Schweiz zurückzukehren.

Er liess sich in Luzern nieder und übernahm die Vertretung des von der Westinghouse gebauten Shallenberger-Zählers. Es handelte sich um einen Induktionszähler mit Windflügelbremsung, der offenbar nicht in allen Teilen befriedigte. Theiler brachte zwar verschiedene Verbesserungen an, die ihm aber nicht genügten. Daher entwarf er eine Eigenkonstruktion, bei der er als einer der Ersten die Bremsung mithilfe eines Stahlmagneten anwandte. Für diesen Zähler erhielt er am 13. Juni 1896 das Patent. Um es auszuwerten, tat er sich mit Adelrich Gyr, ebenfalls einem Einsiedler, zusammen. So kam es im gleichen Jahr zur Gründung des Electrotechnischen Institutes Theiler & Co. in Zug. Man baute neben Zählern noch Telefoninduktoren für die PTT und Grammofonwalzen. Nebenbei erteilte Theiler den Schülern eines benachbarten Knabeninstituts Unterricht im technischen Zeichnen.

Da seine beiden im Jahre 1878 geborenen Zwillingssöhne, von denen der eine Chemiker, der andere Pharmazeut geworden war, am väterlichen Unternehmen keinen Gefallen fanden, suchte Theiler einen Associé. 1903 fand er diesen in der Person von dipl. Ing. Heinrich Landis, der am Eidgenössischen Polytechnikum und an der Technischen Hochschule zu Charlottenburg studiert und nachher bei der MFO gearbeitet hatte. Schon im darauffolgenden Jahr verkaufte ihm Theiler das Geschäft, das unter der Firma «H. Landis, vormals Theiler & Co.» weitergeführt wurde und aus dem wenig später die Firma Landis & Gyr entstand.

Theiler zog sich nachher vom Geschäftsleben zurück. Eine Zeit lang lebte er in München, kam dann nach Luzern, wo er am 30. Januar 1923 starb.

Webdesign & CMS by INM AG