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William Siemens




(1823–1883)

Der grosse Elektrizitätspionier Werner Siemens hatte 10 Geschwister, die unter sich vorbildlich zusammenhielten. Wilhelm, der 7 Jahre jünger als Werner war, besuchte die Magdeburger Schulen und studierte dann ein Jahr in Göttingen Naturwissenschaften. Auf Anraten Werners folgte eine zweijährige Praxis in einer Magdeburger Maschinenbauanstalt, worauf er England kennenlernen wollte. Dort gefiel es ihm so gut, dass er sich 1842 entschloss, länger zu bleiben. Werner willigte ein und bat ihn zu versuchen, seine Erfindungen in England zu verwerten. Dabei erwies sich Wilhelm als guter Verhandler.

Wilhelm arbeitete zunächst in einem Betrieb, verlegte sich aber bald aufs Erfinden. Er konstruierte unter anderem einen Wassermesser, einen Differenzialregler, der bei einer parallel mit einer Wasserturbine arbeitenden Dampfmaschine die Lastverteilung so vorzunehmen hatte, dass die Dampfmaschine nur die von der Wasserkraft nicht gedeckte Leistung lieferte.

Die beiden Brüder unterhielten einen regen Briefwechsel und kamen jährlich zweimal zusammen.

1846 schlug Wilhelm Werner vor, Guttapercha für die Isolation von Kabeladern zu verwenden. Das war ein grosser Erfolg.

In London wurde 1858 ein Zweiggeschäft des Hauses Siemens-Halske eröffnet, das von Wilhelm, mittlerweile William, geleitet wurde.

Um 1860 entwickelte er Prüfverfahren für Kabel und übernahm 3 Jahre später die Leitung des eigenen Kabelwerks in Woolwich bei London, das viele Aufträge erhielt. Mit der Zeit wagte er sich an grosse Seekabellegungen, wobei durch Kabelrisse mehrmals schwere Verluste entstanden. Dies veranlasste Halske, sich aus dem Englandgeschäft zurückzuziehen, worauf dieses 1865 die Bezeichnung Siemens Brothers erhielt.

Am 14. Februar 1867, nur einen Monat nachdem Werner das elektrodynamische Prinzip in Berlin demonstriert hatte, referierte William in London vor der Royal Society darüber.

William interessierte sich aber noch für die Eisen- und Stahlgewinnung. Schon 1851 hatte er die Wiederverwendung des Schrotts propagiert. 1860 baute er einen elektrischen Lichtbogenofen, aber erst 1878 gelang ihm die Stahlgewinnung im Elektroofen. Als Friedrich Siemens (10 Jahre jünger als Werner) für die Glas- und die keramische Industrie die brennstoffsparende Regenerativfeuerung erfand, versuchte William, dieses Verfahren bei der Stahlfabrikation einzuführen. Das misslang anfänglich. Durch die Zusammenarbeit mit Emil und Pierre Martin (Vater und Sohn), Besitzer eines Stahlwerks bei Angoulême, kam es dann aber zum Siemens-Martin-Ofen, der sich in der Folge als grosser Erfolg herausstellte.

William Siemens hatte sich in England naturalisiert und 1859 eine Schottländerin geheiratet. Die Engländer betrachteten ihn so sehr als den Ihren, dass er im Jahre 1883 von Königin Victoria in den Adelsstand erhoben wurde. Doch noch im gleichen Jahr erlag er am 19. November in London einem Herzanfall.

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