Das extreme Wetter wirkt sich auf das Stromnetz aus
Rückblick auf die Veranstaltung vom 1. März 2007
Dass sich die extremen Naturereignisse wie Stürme oder Überflutungen häufen, merken nicht nur die Versicherungen, sondern auch die Netzbetreiber. An dieser Cigré-Fachtagung diskutierten die Netzbetreiber, wie sie darauf reagieren sollen. So installiert die BKW laut Charles Moser vermehrt Mastschalter, um Störungen einzugrenzen. Auch werden die Materiallager wieder an verschiedenen Standorten verteilt, nachdem sie in den letzten Jahren aus Kostengründen zentralisiert wurden. Andere Netzbetreiber denken über Gleichspannungsübertragungen (HGÜ) nach, um die Netze zu stabilisieren. Wobei keine grossen Distanzen überbrückt, sondern nur die Netze an verschiedenen Knoten segmentiert werden
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Nicht nur das Wetter destabilisiert das Netz, auch die Liberalisierung "spielt" hier mit. Dies zeigte Bernd Buchholz von Siemens anhand des Blackouts in Deutschland und Frankreich vom 4. November 2006: Das Netz verkraftete die Stromlieferung von den Windkraftwerken in Norddeutschland nach Frankreich nicht mehr und kollabierte. Das europaweite Netz sei für den Handel nur bedingt geeignet.
Diese Gratwanderung zeigte auch Walter Sattinger von Swissgrid. Mit aufwendigen Berechnungen sagt Swissgrid den Verbrauch voraus und limitiert die Strommengen, die ausgetauscht werden dürfen. Einerseits wollen sie nichts verschenken, andererseits dürfen sie nicht zu riskant agieren. In der anschliessenden Diskussion zeigte sich ein weiteres Spannungsfeld: Swissgrid braucht möglichst genaue Prognosen der Energieversorger, deren Daten für den Stromhandel sind aber häufig vertraulich. Wer will schon im Voraus bekannt geben, wann er welche Aktie kaufen wird?