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Pawel Nikolajewitsch Jablochkoff




(1847–1894)

1809 hatte Davy in der Royal Society zu London den ersten Lichtbogen demonstriert. Die erste Bogenlampe von Foucault datiert von 1844, aber Bedeutung erlangte sie erst etwa ab 1860. Ihre Lichtfülle war jedoch so gross, dass sie sich ausschliesslich für Aussenbeleuchtungen (Strassen, Plätze, Bahnhöfe und Rangierfelder) eignete. Zudem hatte sie noch grosse Nachteile: In der Regel benötigte man für jede Lampe eine eigene Dynamomaschine, deren Leistung nicht selten bis 1 PS pro Lampe betrug.

In diese Zeit hinein, in der der Ruf nach «Teilung des Lichtes» immer lauter ertönte, wurde Paul Jablochkoff geboren. Seine Wiege stand in Serdobsk im Verwaltungsbezirk Saratow. Seine Fachausbildung erhielt er an der Militärgenieschule von St. Petersburg (Leningrad). Mit 24 Jahren wurde der junge Elektroingenieur als Leiter des Telegrafendienstes der Moskau–Kursk-Bahn gewählt. Aber 1875 gab er diese Stellung auf, um sich der Forschung über elektrische Beleuchtung mit Bogenlampen widmen zu können. Im folgenden Jahr konnte er in South Kensington seine von ihm erfundene Jablochkoff-Kerze erstmals zeigen.

Im Gegensatz zu den üblichen mit Gleichstrom betriebenen Bogenlampen, bei denen eine dicke positive Kohle einer dünnen negativen gegenüberstand, bestand die JabIochkoff-Kerze aus zwei gleich dicken, parallel nebeneinander stehenden Kohlen. Der kIeine Zwischenraum war ausgefüllt mit einer schwer schmelzbaren keramischen Masse. Die beiden «Dochtspitzen» überbrückte er mit einem leitenden Kohlestäbchen, das beim Einschalten schmolz und so den Lichtbogen zündete. Betrieben wurden diese Kerzen, von denen 4 in Serie geschaltet werden konnten, mit Wechselstrom. Ihre Brenndauer betrug knapp 1,5 Stunden. Indem er 4 solcher Kerzen in einer einzigen Armatur vereinigte, kam er auf eine Brenndauer von bis zu 6 Stunden. Anfänglich musste das Umstöpseln auf die nächste Kerze von Hand vorgenommen werden, später besorgte dies mehr schlecht als recht eine Automatik.

Die Jablochkoff-Kerze stellte zwar einen ersten Schritt auf dem Wege zur Teilung des Lichtes dar, und sie erlangte für die Beleuchtung von Strassen, aber auch von Hotelhallen und zum Beispiel des Hauptpostamtes in Berlin eine gewisse Bedeutung. Neben dem Vorteil, dass keine Regulierung mehr nötig war, haftete dem System aber der grosse Nachteil an, dass bei jedem Stromunterbruch alle Lichter erlöschten und erst nach dem Ersetzen sämtlicher angebrannter Kohlen durch neue wieder in Betrieb gesetzt werden konnten.

1881 standen immerhin etwa 4000 Lampen in Betrieb. An der internationalen Elektrizitäts-Ausstellung in Paris sah man Jablochkoff-Kerzen neben Differenzialbogenlampen von Siemens und der Edison-Glühlampe. Gegen diese beiden Konkurrenten kam Jablochkoff nicht mehr auf. Innert kurzer Zeit verlor er sein ganzes Geld und musste zurück nach Russland, wo er, verarmt, am 19. März 1894 in Saratow starb.

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