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Edwin James Houston




(1847–1914)

Der Name Houstons ist bei uns vorwiegend durch die Firmenbezeichnung Thomson-Houston bekannt geworden. Ältere Semester erinnern sich gewiss noch an den in die Deckplatte von Strassenbahnkontrollern eingegossenen Namenszug.

Edwin James Houston wurde am 9. Juli 1847 in Alexandria im Staate Virginia geboren. An der Central High School Philadelphia erwarb er den Bachelor of Art. Für kurze Zeit hielt er sich darauf an den Universitäten Berlin und Heidelberg auf. Mit 20 Jahren wurde er auf den Lehrstuhl für physikalische Geografie und Naturwissenschaften an die gleiche Central High School berufen. Houston, ein unermüdlicher Arbeiter, war ein guter und beliebter Erzieher, der es verstand, die jungen Leute zu begeistern. Er erkannte den Wert von Laboratorien für den Unterricht und rüstete die Schule mit solchen aus.

Unter seinen Schülern gefiel ihm der etwa 8 Jahre jüngere Elihu Thomson besonders gut. Dieser wurde Chemiker, interessierte sich aber wie er selbst für die Anwendungen der Elektrizität. Thomson wurde dann sein Assistent und schon mit 18 Jahren sein Kollege als Chemieprofessor.

Ende der 1870er-Jahre galt Houston bereits als versierter Fachmann auf dem Gebiet der Elektrizität, dessen Aufsätze in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen. Als er dem jüngeren Thomson eine freundschaftliche Zusammenarbeit anbot, fühlte sich dieser geehrt und sagte gerne zu.

Thomson, der noch Unbekannte, machte sich mit Eifer, Geschick und grossem Erfolg ans Experimentieren, Erfinden und Konstruieren. Houston aber berichtete über die Ergebnisse. Aus der zwei Jahre dauernden Zusammenarbeit entstand 1881 das Thomson-Houston-«Bogenlicht-System», das gegenüber andern Systemen, z.B. demjenigen von Brush, verschiedene Verbesserungen aufwies. Erwähnt seien die Regulierung auf konstanten Strom, eine automatische Bürstenabhebevorrichtung und eine Blasvorrichtung zur Unterdrückung des Bürstenfeuers.

Um das erhaltene erste Patent auszuwerten, gründeten die beiden 1882 die «American Electric Company» in New Britain. Während Thomson die Leitung des Unternehmens übernahm, blieb Houston an der Central High School. Wenig später wurde die Firma in die bereits erwähnte Thomson-Houston Company umgewandelt. Die nach Lynn verlegte Fabrik stand bald auf fast allen Gebieten der aufstrebenden Elektroindustrie mit ihren Produkten an vorderster Stelle, namentlich auch im Traktionswesen.

1884 wurde Houston Mitglied der U.S. Electrical Commission und Chefingenieur der in Philadelphia abgehaltenen Internationalen Elektrischen Ausstellung.

Der um diese Zeit einsetzende Kampf zwischen dem Gleichstrom und dem neu aufkommenden Wechselstrom führte zu Machtkämpfen unter den beteiligten Industrien. Thomson-Houston gründete Auslandfilialen in Frankreich, England und Deutschland. Ferner übernahm sie die Brush-Company, das Unternehmen von Sprague und andere. Als die Gerichte nach langwierigen, das Glühlicht betreffenden Prozessen zugunsten Edisons entschieden, kam es um 1893 zur Vereinigung der Thomson-Houston mit der Edison General Electric zur General Electric Company.

1893/94 war Houston Präsident der American Institution of Electrical Engineers. In diesem Jahre verliess auch er die Central High School und betrieb zusammen mit A. E. Kennelly bis zu seinem am 1. März 1914 erfolgten Tod ein Consulting-Büro in Philadelphia.

Houston veröffentlichte nebst vielen Zeitschriftenaufsätzen 52 Bücher, von denen «Electrical Engineering Leaflets», «Recent Types of Dynamo-Electric Machinery», «Dictionary of Electrical Words, Terms and Phrases» und «Electricity on Every Day Life» erwähnt seien.

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