(1602–1686)
Am 11. Mai 1686 starb in Magdeburg Otto von Guericke. Am 20. November 1602 war er daselbst geboren worden und erlebte die Wirren und Qualen des Dreissigjährigen Krieges. 1631 fiel sein Haus dem Brande der Stadt Magdeburg zum Opfer, der der Plünderung durch die Schweden folgte. Er wurde gefangen genommen, verlor seine Frau und einen Sohn. Um 1640 las der inzwischen Ratsherr gewordene Guericke im Buche Hiob über das «Nichts». Diesem «Nichts» ging er auf die Spur, machte viele Versuche, ersann eine Luftpumpe und demonstrierte die Wirkung des luftleeren Raums mit den weltberühmt gewordenen «Magdeburger Halbkugeln». 24 Pferde vermochten die allein durch den Luftdruck zusammengehaltenen Halbkugeln nicht zu trennen; Guericke aber brauchte nur den Hahn zu öffnen, und schon fielen diese auseinander. Das war 1655.
Guericke hatte von den Versuchen Gilberts über Magnetismus und Elektrizität gehört, die dieser um 1600 in England ausgeführt hatte. Er stellte sich eine Schwefelkugel her, versah sie mit einer Kurbel und hatte so die erste Elektrisiermaschine geschaffen. Während er mit der einen Hand die Kugel drehte, konnte er mit der behandschuhten andern Hand elektrische Ladungen abnehmen. Er erkannte auch, dass die Kugel bei rascher Drehung zu leuchten anfing. Die 1663 ersonnene Elektrisiermaschine ist für die Entwicklung der Elektrizität von grosser Bedeutung gewesen, hat sie doch für längere Zeit die einzige Quelle namhafter Elektrizitätsmengen dargestellt. Zahllos sind die Beschreibungen oft recht grotesk anmutender Experimente.