Startseite  |  Verband  |  Bulletin SEV/VSE  |  Pioniere der Elektrotechnik  |  ForestL
druckenSeite drucken

Lee de Forest




(1873–1961)

Die Amerikaner nennen Lee de Forest «Vater des Radios». Er erfand 1906 die Triode. Diesen Ruhm muss er allerdings mit dem Österreicher Robert Lieben teilen, der unabhängig von ihm in den Jahren 1906–1910 ebenfalls eine Eingitterröhre entwickelte.

Lee de Forest, geboren am 26. August 1873 in Council Bluffs im Staate Iowa, studierte an der Yale University, wo er 1899 den Doktorgrad erhielt mit einer Arbeit über die «Reflexion von Hertzschen Wellen an den Enden paralleler Drähte». Nachher arbeitete er bei der Western Electric Company in Chicago. Nach einem Jahr Studien über Empfänger für drahtlose Telegrafie gründete er eine eigene Unternehmung, in der für die amerikanische Armee Apparate nach eigenem System gebaut wurden.

Da weder der Kohärer von Branly noch der Detektor von Oliver Lodge befriedigenden Radioempfang erlaubten, suchte de Forest nach neuen Wegen. Auch sein im Jahre 1900 erfundenes elektrolytisches Gerät war noch unzuverlässig. Erst bei der Elektronenröhre von Fleming besass man im Gegensatz zu den von Zufälligkeiten abhängigen Kohärern und Detektoren ein Instrument mit eindeutigem Verhalten.

1906 machte de Forest seine einfache, aber folgenschwere Erfindung. Durch Anbringen einer dritten Elektrode zwischen Anode und Kathode des Gitters, in der Elektronenröhre, entstand das so vielseitig verwendbare Audion (von de Forest auch Trigger genannt), durch das die stürmische Entwicklung von Radio, Tonfilm, Radar und Fernsehen eingeleitet wurde.

1912 nahm de Forest mit der Western Electric Kontakt auf und regte die Verwendung des Audions für transkontinentale Dienste an. Zwei Jahre später war dann das transkontinentale Telefon im Betrieb.

Die Radio Corporation of America entwickelte das Audion für die Zwecke des Radios, namentlich für Verstärker, die General Electric Company zu grossen Röhrensendern und schliesslich Westinghouse für industrielle Anwendungen verwendete. 1922 arbeitete de Forest in Berlin an Tonfilmproblemen.

Lee de Forest besass etwa 300 Patente, aber deren finanziellen Früchte entgingen ihm meistens. So kam es, dass er bei seinem am 30. Juni 1961 in Hollywood erfolgten Tod nur über bescheidene Mittel verfügte. Und nur 12 Jahre nach seinem Tod war die Radioröhre, diese epochemachende Schöpfung, vom Transistor schon weitgehend verdrängt.

Webdesign & CMS by INM AG