(1775–1836)
Am 10. Juni 1836 starb in Marseille André Marie Ampère. Der am 22. Januar 1775 in Poleymieux bei Lyon Geborene wuchs auf dem Lande auf, erhielt vom Vater Unterricht in Latein und vom Dorfpfarrer in höherer Mathematik. Als André 18-jährig war, wurde sein Vater von Jakobinern ermordet, die ihn für einen Aristokraten gehalten hatten. Während der Revolutionsjahre irrte Ampère ziellos umher und huldigte Rousseaus Lehren. Erst 1801 beruhigte er sich, wurde Mathematikprofessor in Lyon. Eine Arbeit über Wahrscheinlichkeitsrechnung machte ihn bekannt, was ihm 1805 die Berufung an die Ecole polytechnique in Paris eintrug. 1814 wurde er Akademie-Mitglied, und 1820 lehrte er Physik am Collège de France.
Ampère wiederholte 1820 die Versuche von Oersted, bei denen dieser im Winter 1819/1820 den Elektromagnetismus entdeckt hatte. Wie vor ihm Coulomb für die Elektrostatik, so gelangen ihm die präzisen Formulierungen für die Elektrodynamik. Er folgerte auch richtig, dass, wenn Ströme auf Magnete einwirken, dann auch Magnete auf Ströme bzw. Ströme auf Ströme wirken müssen. Ampère experimentierte mit Spulen aus vielen Drahtwindungen, formulierte Theorien über den Magnetismus und unterschied als Erster klar zwischen Spannung und Strom. Er erkannte auch das Wesen des elektrischen Widerstandes, dessen Gesetze dann Ohm herausschälte.
Zu Ehren André Marie Ampères heisst die Einheit der elektrischen Stromstärke Ampère.