Die interessanten und informativen Präsentationen beinhalteten folgende Kernaussagen:
• Elektromagnetische Abschirmung wird immer wichtiger. Einerseits im Einsatz zum Schutz von elektronischen Geräten und gegen Störungen, anderseits zur Reduktion von EM-Einflüssen auf Angestellte und Umwelt von Kabelleitungen. Kommerzielle Software kann für eine sehr rasche Berechnung verschiedenster Situationen eingesetzt werden.
• Planung und Betrieb elektrischer Netze werden immer stärker durch den steigenden Dezentralisierungsgrad, Einflüsse nicht steuerbarer Energiequellen und abweichenden Anforderungen verschiedener Teilnehmer geprägt. Ressourcenknappheit, Umwelt- und Kostenbewusstsein führen zu vielfältigeren Bedürfnissen in Bezug auf Energiedienstleistungen. Das Institut für elektrische Energieübertragung und Hochspannungstechnologie der ETH Zürich hat in Zusammenarbeit mit Partnern ein Konzept entwickelt, in welchem mehrere Energieträger in einem Netz vereint werden können (Strom, Wärme, flüssige und chemische Energieträger). Folgende Vorteile könnten genutzt werden: serielle Speicherung ist möglich, Planung und Verlegung werden nur einmalig durchgeführt, Hilfsbetriebe und Steuerung werden nur in einfacher Ausführung benötigt und der Gesamtwirkungsgrad kann unter Umständen verbessert werden.
• Trockene, steckbare Kabelanschlüsse gewinnen als Alternative zur konventionellen Technologie immer mehr an Bedeutung. Transformatoren oder Schaltanlagen müssen auf der Baustelle nicht mehr geöffnet werden, was die Montage vereinfacht und den Zeitaufwand sowie Montagefehler erheblich reduziert. Letztere können trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Darum wurde ein Messsystem entwickelt, das keine fest installierten Sensoren benötigt, um die Teilentladungsfreiheit der Garnitur als Resultat der Montagequalität zu überprüfen. Mit Hilfe der UHF-Methode wurde eine Möglichkeit entwickelt, Messungen ohne Betriebsunterbrechungen durchzuführen.
• Die auf ein Kabelsystem einwirkenden Belastungen werden im Wesentlichen von den Isoliermaterialien, dem Design, dem Herstellungsverfahren, der Legung und der Legeart bestimmt. Deshalb kommt es auch an vergleichbaren Kabeln zu unterschiedlichen elektrischen Alterungen bis zum Ausfall des Isoliersystems. Zerstörungsprozesse durch TE-Alterung oder Feldalterung starten immer an einzelnen konkreten Stellen. Die elektrochemische Alterung durch „water treeing“ kann dagegen zu einem Absinken der Restfestigkeit über ganze Kabelstrecken führen. Mit Diagnoseverfahren und TE-Messungen kann bestimmt werden, ob es sich um lokale Schädigungen oder globale Alterung handelt.
• Metalloxid (MO)-Ableiter benötigen aufgrund der extrem grossen Nichtlinearität des MO-Materials keine Funkenstrecken in Serie zum spannungsbegrenzenden MO-Widerstand. Dies, und der heute verwendete Direktverguss des MO-Aktivteils in Silikon anstelle von Porzellangehäusen, eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten für den Einsatz von MO-Material zum Überspannungsschutz und zur Feldsteuerung. MO-Ableiter können unter anderem in Kabelmantel von Mittelspannungsnetzen eingesetzt werden (in Kombination mit einer geerdeten Seite). Dadurch kann eine Verringerung von Energieverlusten erzielt werden. Durch den Einsatz von Feldsteuermaterial können demzufolge neben technischen Vorteilen auch Kosteneinsparungen realisiert werden.
• Die Preise für Industriemetalle sind in der Kabelindustrie von höchster Bedeutung und haben in den letzten Jahren ein deutliches Rally erlebt. Seit Januar 2005 hat sich der Preis für Kupfer knapp verdoppelt. Aluminium wies 2006 ein Marktdefizit auf. Deswegen und aufgrund fallender Produzentenlagerbestände hat Aluminium bislang keine Preiskorrektur erlebt.
• Eine innovative Methode zur Verlegung von Mittel- und Hochspannungskabeln in herkömmlichen PE-Kabelleerrohren durch Wassereinspeisung unter Druck wurde analysiert. Die elektrostatische Aufladung wird durch dieses Verfahren neutralisiert und die bei der Verlegung entstehende Reibungswärme reduziert.