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Henry Bessemer




(1813–1898)

Wasserturbinen, Dampfturbinen, Wellen, aber auch die Bleche der elektrischen Maschinen und Transformatoren bestehen aus Stahl. Nicht nur die Maschinentechnik, auch die Elektrotechnik ist ohne Stahl undenkbar. Darum sei heute eines Mannes gedacht, der die industrielle Herstellung dieses wichtigen Werkstoffs massgeblich förderte.

Schmiedbares Eisen, also Stahl, kannte man zwar schon lange. Aber der Hochofen, der erst erlaubte, grosse Mengen Erz zu schmelzen, lieferte der viel höheren Temperaturen wegen flüssiges, mit Kohlenstoff angereichertes Gusseisen. Durch Entkohlung in Frischöfen, den sogenannten Puddelöfen, gewann man Stahl. Doch war die Produktion eines solchen Ofens mit 2–3 t/Tag äusserst gering. 1855 erfand Henry Bessemer das Windfrischverfahren, bei dem Luft durch das flüssige Eisen geblasen wird. Dieses, das Bessemer-Verfahren, erhöhte die Produktionsmöglichkeit auf etwa das 200-Fache, d. h. 400–600 t/Tag, was natürlich eine gewaltige Steigerung der Stahlproduktion ermöglichte und ganz neue Wege eröffnete.

Henry Bessemer wurde am 19. Januar 1813 in Charlton (Hartfordshire) geboren. Er war sehr vielseitig, was allein schon durch die zahlreichen Patente, die er erhielt, belegt wird. Sie betreffen unter anderem Typengiesserei, Eisenbahnbremsen, Glasfabrikation und natürlich die Stahl- und Eisengewinnung. Bessemer wurde für seine Leistungen in den niedern englischen Adel erhoben und erhielt den Titel eines Sir.

Am 13. März 1898 starb Bessemer in London. Die von ihm gestiftete Medaille wird seit 1871 für besondere Verdienste im Eisenhüttenwesen verliehen.

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