(1774–1862)
Vor etwas mehr als 140 Jahren, am 3. Februar 1862, starb in Paris, wo er auch geboren worden war, Jean Baptiste Biot, ein namhafter französischer Physiker und Astronom. Er wirkte als Professor am Collège de France und war Verfasser bedeutender Werke über Physik und physikalische Astronomie. Mehr als 1000 Veröffentlichungen aus den Fachgebieten Geometrie, Optik (Polarisation des Lichtes), Akustik (Fortpflanzung des Schalles), Magnetismus und der Astronomie entstammen seiner Feder. Den Elektrotechnikern ist sein Name geläufig im Zusammenhang mit dem «Biot-Savartschen Gesetz», das er gemeinsam mit dem um 17 Jahre jüngern Felix Savart im Jahre 1820 aufgestellt hatte.
1819 hatte der Däne Christian Oersted den Elektromagnetismus entdeckt. Den beiden Franzosen gelang die Aufstellung der quantitativen Beziehung zwischen der Stromstärke und dem durch sie um den Leiter erzeugten magnetischen Feld. Ein unendlich kleines Leiterstück dl, das vom Strom I durchflossen wird, erzeugt an einem Punkt P die Feldstärke
wobei r die Entfernung zwischen dem Leiterelement dl und dem Punkt P und Phi der Winkel zwischen dem Leiter und der dl mit P verbindenden Geraden bedeuten. Die Richtung der Kraft hängt von derjenigen des Stromes ab; sie lässt sich anhand der Ampèreschen Schwimmregel (oder der Korkzieherregel) leicht merken.
Das Biot-Savartsche Gesetz bildete die Grundlage für zahlreiche weitere Arbeiten, die sich nun relativ rasch folgten.