(1822–1888)
Jeder Zürcher Student kennt die Clausius-Strasse. Aber wer war Clausius, zu dessen Ehren die 1895 erbaute Strasse so benannt wurde?
Als Sechstes einer 18-köpfigen Kinderschar kam Rudolf Emanuel Clausius am 2. Januar 1822 im deutschen Köslin in Pommern zur Welt. Sein Vater, der Theologe war, liess Rudolf mit 18 Jahren an die Universität Berlin ziehen. Um seine vielen Geschwister etwas unterstützen zu können, betätigte er sich als Lehrer, wodurch sich aber seine Studien bis ins Jahr 1848 hinauszogen. Seine Promotionsarbeit handelte über den «Regenbogen und verwandte Erscheinungen». Als Physiklehrer wirkte er alsdann an der Artillerieschule zu Berlin und nebenbei als Privatdozent an der dortigen Universität.
1855 kam Clausius als Physikprofessor an das neu gegründete Polytechnikurn nach Zürich. Zwei Jahre später, von 1857 bis 1867, lehrte er dieses Fach an beiden Zürcher Hochschulen, folgte dann aber einem Ruf an die Universität Würzburg. 1869 wechselte er bereits wieder an die Universität Bonn, wo er 1884/85 das Amt des Rektors bekleidete. Am 24. August 1888 starb R. E. Clausius in Bonn. Seine Hauptverdienste liegen auf dem Gebiet der Wärmelehre.
Die Erforschung der Wärmevorgänge war zu jener Zeit noch nicht sehr weit gediehen. Noch war man der Meinung, Wärme sei eine unzerstörbare und unerschaffbare Substanz. Erst als man erkannt hatte, dass Wärme eine Energieform darstellt, kam man mit den Erkenntnissen vorwärts. 1840 hatte der grosse deutsche Arzt und Physiker Robert Mayer das Prinzip der Erhaltung der Energie postuliert (1. Hauptsatz), sowie zwei Jahre später das mechanische Wärmeäquivalent errechnet und experimentell bestimmt. Auf diesen Errungenschaften aufbauend, stellt der 28-jährige Clausius im Jahr 1850 den sog. «zweiten Hauptsatz» der Thermodynamik auf, der besagt, dass Wärme nicht von selbst von einem kälteren auf einen wärmeren Körper übergehen kann.