Der voraussichtlich eintretende Engpass muss nach Verbraucher aufgeteilt werden:
Für ortsfeste Verbraucher (Industrie etc)
ist nun einmal die Kernenergie in den nächsten 20 Jahren – bis die Fusionsreaktoren kommen – die einzig vernünftige Lösung, ergänzt in der Schweiz durch allfällige aufgemöbelte bestehende Wasserkraftwerke.
Ich hatte verschiedentlich vorgeschlagen, ein KKW in die Alpen als Kaverne zu bauen und zur Kühlung – noch vorhandene – Gletscher anzuzapfen, dadurch auch eine Quelle für ein Wasserkraftwerk bildend.
Studien, die mir seinerzeit vom Departement Ogi zugestellt wurden, betrafen alles wohl Kavernenwerke aber kein einziges Kombikraftwerk.
Wenn schon F. & FL neue KKW bauen, sollte die Schweiz nicht schlafen. Die Argumente der Gegner sind heute mager. Die «End-Lagerung» ist gelöst, auch wenn man noch Schneckentänze um das Problem macht. «End» soll dabei relativ verstanden werden: In Karlsruhe basteln sie schon an Versuchen herum, aus dieser «Schlacke» wieder Brennstoff zu gewinnen.
In Gabon hats etliche «eingeschlafene» Naturreaktoren, Frankreich schürfte dort nach Uran. Die Einwohner fühlen sich aber herrlich wohl.
Tschernobyl wurde im Frühjahr hochgespielt. Die Sowjets haben sich um menschliche Sicherheit wenig gekümmert und das Werk war eine militärische Plutoniumfabrik. Wenn die USA in Bikini und Eniwetok die letzte Schildkröte vor den Versuchen evakuierten die sie fanden, haben die Sowjets anderseits ganze Völkerstämme systematisch verstrahlt um zu sehen, was passiert...
In Harrisburg (ich war in Washington just wie der Teufel in 3M-I losging) zeigte sich, dass die Sicherheitsnetze in den USA funktionieren. Sie haben weitere Maschen als in Westeuropa, dafür hat es deren mehrere.
Wenn schon der Mitbegründer von Greenpeace: Moore, auf Kernenergie setzt. sollten all die ideologisch denkenden Gegner sich ruhig verhalten...
Es gibt übrigens zwei – an und für sich sicher arbeitende – Reaktorsysteme: der Kugelhaufenreaktor bildet nach, was man früher in der Stube hatte: Man füttert den Kachelofen mit Brennstoff. War der verbrannt, wars aus, auch wenn durch verklemmte Luftklappen einmal Weissglut entstand. Niemand hatte gedacht, im Keller in den Bunker Luft einzublasen und diesen als Ofen zu benutzen...
Die andere Version ist der Wasserbadreaktor, mit seinem offenen Wasserkreislauf. Geht etwas schief, steigt das Borwasser hoch und der Reaktor «schläft ein».
Für reine Heizzwecke
Nahen wir in der Schweiz mit der Geothermie noch unerschlossene, grosse Möglichkeiten, (die Anwendung mit El.-Generatoren ist diesbezüglich wohl etwas teuer.) Auch Holz kann mit den nun verfügbaren Automaten für Einfamilienhäuser wieder besser genutzt werden.
Erdgas ist laut dem verstorbenen Astrophysiker Th. Gold auf «Ewigkeit» vorhanden, da aus dem «Bauch» der Erde stammend.*) Schweden und Russland haben auf ihn gehört und Tiefbohrungen vorgenommen. Sog. «ergiebige» Stellen sind Taschen die rascher von unten nachgefüllt werden als anderswo, Im Luzernischen wird man wohl einige Megajahre warten müssen, bis wieder etwas zu holen ist. Vielleicht bohrt man dort einmal schräg unter die Alpen, um die Zufuhrklüfte zu vergrössern.,Erdöl
Kohle sind in Megajahren entstandene Derivate. Sog. versteinerte Bäume waren im Ölschlick «maseriert», wie man Wildbret heizt...
Gold ist anderswo immer auf Opposition geraten: He ja, die ganzen Spekulationen
um «Reserven» lösen sich auf und die Börsenkurse kommen ins Schleudern.. Einen Vortrag, den er vor einigen Jahren an der ETHZ geben sollte, wurde im letzten Moment abgsagt.,,Man wollte keinen «Mais».,.Er hatte Kontakt mit Sulzer, die gern Gaskompressoren liefern wollen...
Photovoltaik, Wasserregister auf den Dächern, Windräder etc werden immer nur als Zusatzquellen dienen.
Für mobilen Einsatz
ist Wasserstoff die künftige Lösung. Oh nun mit Elektrolyse aus KKW-Netzen oder anderswie gewonnen, hat es keinen Treibhauseffekt.
Aus Erdgas gewonnen, wäre es auch «ewig» zu haben. Das Problem liegt in der Lagerung des abgespaltenen Kohlenstoffes. Kavernen wieder zu füllen, ist eine Notlösung. Die Beste liegt an den Meeresküsten, und da speziell in der Bretagne, wo durch die grossen Gezeiten viel Wasser bewegt wird CO2 in flüssiger oder fester Form ist schwerer als Wasser. Reformerwerke an den Killten könnten also den «Abfall» ins Meer ablassen. In den Tiefen herrscht diesbezüglich Mangel und bei einer bestimmten Dichte machen sich Mikroorganismen eine Freude. Kalk etc zu bilden...
Die Erdgasquellen in der Nordsee & Nordafrika, wo nun stabilere politische Bräuche herrschen, dürften für den CH-Import genügen.
Holzgas, im und nach dem Krieg berühmt, hat wieder eine Perspektive durch rationelle Herstellung.
Alkohol aus Getreide oder Holz gewonnen, sollte, auch gefördert werden. Am Autosalon kürzlich in Paris gabs etliche Modelle die mit 95% Alkoholzusatz zum Benzin zufrieden sind..(Präsident Bush – er aus Texas – meinte kürzlich, Mais könne auch als Menschen- und Tiernahrung dienen. Also auch dort tut sich was...) Wir in der Schweiz kennen leider die weltweite Unlogik nicht aufheben, dass einig Millionen Menschen nichts zu Essen haben
* «Power from the Earth», Deep Earth Gas, Energy for the Future. Th. Gold: J.-M. Dents & Sons LTd London/Melbourne 1987