ITG-Fachtagung mit Begleitausstellung 
31. Oktober 2006 - Stadttheater Olten
Einblick in die lebhafte Tagung: Bilder vom 31.10.2006
Triple Play gibt Arbeit für Installateure
Digitales Fernsehen ist auf dem Sprung in die Schweizer Wohnzimmer: Cablecom bietet den Digital Recorder an und Swisscom lancierte an dieser Tagung ihr Pendant dazu, das Bluewin TV. Obwohl zwei verschiedene Systeme, haben sie eines gemeinsam: Die übertragenen Bandbreiten steigen um eine weitere Dekade. Während ein Internet-Anschluss mit einigen hundert KBit/s schon recht flott ist, braucht es für digitales Fernsehen 5 Megabit pro Sekunde. Dies reicht für einen HDTV-Kanal – dem kommenden Standard mit einer höheren Auflösung. Swisscom wird in den nächsten Monaten diverse Ortszentralen ausbauen, um die Bandbreite in die Häuser zu bringen. Der moderne ADSL2+-Standard erreicht 5 MBit/s. In den Zentren wird Swisscom die Glasfaserleitungen bis in den Quartierverteiler ziehen, um dort die Wohnungen mit VDSL anzubinden. Deren 10-25 MBit/s reichen für mindestens zwei HDTV-Kanäle.
Was für Installateure interessant ist: Das digitale Fernsehen ist nun erst im Wohnzimmer. Wer zusätzlich im Schlafzimmer fernsehen und im Büro ins Internet will, braucht ein kleines Datennetzwerk – mit einer Bandbreite von mindestens 10 MBit/s. Da Wireless LAN oder Powerline-Adapter häufig unzuverlässig arbeiten, werden in Zukunft diverse Private ein kleines Netzwerk installieren lassen.
An der Tagung, die von der ITG, GNI, VSEI und der Unterstützung weiterer Verbände organisiert wurde, zeigten Referenten und Aussteller, wie die Installationen im Haus aussehen werden. Die einen Systeme nutzen Koax-Kabel (für das Kabelfernsehen und evtl. Internet) sowie Twisted-Pair-Kabel mit RJ-45-Stecker für Telefon und Datennetz. Andere wandeln das TV-Signal um und übertragen alles über symmetrische Twisted-Pair-Kabel. Bei allen Systemen ist eines klar: Die Verkabelung ist sternförmig. Zentraler Punkt ist ein Kommunikationsverteiler in jeder Wohnung. Dort ist das Kabelmodem, respektive das xDSL-Modem, die nötigen Splitter und je nach Anbieter ein Patch-Panel. Letzteres verteilt die Dienste in die Zimmer. So kann zum Beispiel einem Zimmer mehrere Netzwerk-Anschlüsse zugeteilt werden und dafür kein Fernseh-Anschluss.
Rolf Lanz von der Berner Fachhochschule empfiehlt, die Kabel auf das 10-GB-Ethernet auszulegen (Kat. 7 Kabel). Eine Wohnung werde Jahrzehnte genutzt und schon heute seien selbst Billig-PCs mit Gigabit-Ethernet ausgerüstet. In bestehenden Wohnungen ist es nicht immer möglich, Kabel der Kategorie 7 nachträglich einzuziehen, da diese bis zu 9 Millimeter dick sind. Eine Alternative ist hier das POF-Kabel, ein Lichtwellenleiter aus Plastik (Plastik Optical Fiber). Dieses ist nur wenige Millimeter dick und kann in die 230-V-Rohre eingezogen werden, da es nicht leitet.
Dass das digitale Fernsehen nicht unbedingt von Swisscom oder Cablecom kommen muss, zeigte Hans Gerber von Abico: Das Media-Center von Microsoft hat die gleichen Funktionen wie die Settop-Boxen von Swisscom oder Cablecom, spielt aber Filme und Musik ab, die man direkt aus dem Internet herunterlädt. (gus)
Sonderdrucke aus der ET Nr. 2/07
- Fachbericht Richard Staub (pdf, 427 KB)
- Fachbericht Kleger: Komfortinstallationen (pdf, 238 KB)
- Fachbericht Kleger: Marktübersicht Installationen (pdf, 648 KB)
Die Vorträge zum Downloaden (pdf): 1 Folie pro Seite
Übersichtsreferat – Gebäudeverkabelung für Triple Play
Rolf Lanz, Dozent, Hochschule für Technik, Bern
Infrastrukturen und Services aus Sicht von Cablecom
Leandro Boschelle, Head of TV Product Management, Cablecom
Infrastrukturen und Services aus Sicht von Swisscom
Thomas Graf und Martin Feuz, Swisscom Fixnet AG
Installationsübersicht: am Anfang Ethernet – am Ende Triple Play!
Raymond Kleger, Fachlehrer und Redaktor, AZ Fachverlag Aarau
Moderne Kommunikationsinfrastruktur im Wohnungsbau – vom Traum auf den Boden
Andreas Herbster, Verwaltungsrat Immobilien Ziegelei AG, Oberwil
Triple Play in der praktischen Heim-Anwendung
Albert Lehmann, Geschäftsführer, Lehmann A. Elektro AG, Gossau SG
Wohnen am Obersee – für die Zukunft gerüstet
Jürg Keller, Geschäftsführer Eibrom GmbH, Dietikon
Beispiel Umbau – Nachinstallation mit POF
Andreas P. Klauser, Business Developper Residential, Reichle & De-Massari, Wetzikon
Das Media Center – das zentrale Medium!
Hans Gerber, Geschäftsführer abico, Grellingen