(1849–1898)
John Hopkinson war als Sohn eines Maschineningenieurs am 27. Juli 1849 in Manchester geboren worden. Nach dem Durchlaufen des Owen-Colleges in Manchester und des Trinity-Colleges in Cambridge, wo er sich auch sportlich betätigte, bestand er 1871 sein Examen. Daran anschliessend machte er eine Praxis im Betrieb seines Vaters. Ein Jahr darauf wurde er Leiter der Leuchtturm-Beleuchtungsabteilung einer Fabrik optischer Instrumente. Die aufkommende Elektrizität schuf auch auf diesem Gebiet neue Möglichkeiten. Hopkinson interessierte sich immer mehr für den neuen Wissenszweig, verliess die Firma und etablierte sich als Elektrizitätsexperte in London. In einer 1879 publizierten Arbeit «Über elektrische Beleuchtung» stellte er das Verhalten der Dynamos erstmals grafisch dar (Deprez nannte diese Kurven später «Charakteristiken»).
1886 legte er zusammen mit seinem jüngern Bruder Edward der Royal Society eine Studie vor über die Mechanik der Dynamos, in der gezeigt wird, wie man auf wissenschaftlicher Basis solche Charakteristiken vorausberechnen kann.
1883 hatte er ein Synchronisier-Verfahren und den Weg zum Bau von Synchron-Motoren angegeben.
Unter seinen über 40 Patenten ist dasjenige über die Serie-/Parallelschaltung von Traktionsmotoren zu grosser praktischer Bedeutung gelangt. Den Elektrizitätswerken leistete sein Vorschlag des Doppeltarifes gute Dienste.
In der Spanne von 1880 bis 1890 war Hopkinson fast ausschliesslich als Experte tätig, oft für die Gerichte in Patentstreitigkeiten. Dies sei seine lukrativste Tätigkeit gewesen, sagte er später. 1881 wirkte er auch in der Jury der Pariser Elektrizitätsausstellung mit.
1890 wurde er als Professor für Elektrotechnik ans neugegründete Kings College der Universität London berufen. Dass bei ihm mathematisches Talent, wissenschaftliche Begabung und Verständnis für die Praxis vereint waren, kam ihm dabei sehr zustatten. Er war einer der wenigen, der gleichzeitig Mitglied der drei Institute der Civil-, Mechanical- und Electrical-Engineers war.
Hopkinson war ein begeisterter Alpinist und machte als solcher seit 1871 regelmässig in der Schweiz Ferien. Am 27. August 1898 stürzte er, zusammen mit seinem Sohn und seinen beiden Töchtern, am Petit Dent im Val d’Hérens zu Tode.