(1863–1924)
Der Name Brown wird von allen zu Recht in erster Linie mit der Firmenbezeichnung Brown Boveri (BBC), Baden, in Verbindung gebracht. Aber seine technisch bedeutendste Leistung hat Brown als Ingenieur bei der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), Zürich, vollbracht.
Charles Eugen Lancelot Brown war der Sohn des bekannten Charles Brown, der bei Gebr. Sulzer in Winterthur im Dampfmaschinen- und Lokomotivenbau arbeitete. Bei Bürgin in Basel holte sich der junge Brown mit einer einjährigen Lehre die ersten konstruktiven Kenntnisse. So vorbereitet, kam er im Frühling 1885 zur MFO, wo ihm zwei Jahre später die Leitung der elektrischen Abteilung übertragen wurde. In dieser Eigenschaft war er anfänglich mit Entwicklungen von Gleichstrommaschinen beschäftigt. Ein bedeutendes Werk war die erste Kraftübertragungsanlage in der Schweiz in Kriegstetten in der Nähe von Solothurn.
Nachdem Ferraris in Turin (ca. 1885) und Tesla in den USA (1887) das Prinzip des Drehfeldes entdeckt hatten und die Verwendung des Wechselstromes propagierten, wurde von verschiedenen Konstrukteuren am Drehstrommotor gearbeitet. Für die Elektrizitätsausstellung von 1891 in Frankfurt baute Brown bei der MFO den 40-poligen 200-kVA-Generator für Lauffen, während der in Frankfurt zur Aufstellung kommende Motor von Dolivo-Dobrowolsky bei der AEG entstand. Die erste Drehstromkraft-Übertragung Lauffen–Frankfurt hat sich in der Folge als Wendepunkt in der ganzen Entwicklung der Energieübertragung erwiesen. C. L. Brown fällt dabei ein ganz wesentlicher Verdienst zu.
Auch die von Brown für den 25-kV-Transformator gewählte Bauart mit Ölisolierung stellte eine entscheidende Neuschöpfung dar.
Gerade diese beiden Pionierleistungen mochten den ebenfalls bei der MFO tätigen Walter Boveri bewogen haben, noch im Herbst 1891 eine eigene Unternehmung zu gründen, für die er sicher keinen besseren Partner als C. L. Brown gewinnen konnte. Brown lag im neuen Unternehmen die technische Leitung ob, wobei er naturgemäss der Weiterentwicklung der Maschinen und Apparate für die Mehrphasenwechselstrom-Systeme grosse Sorgfalt angedeihen liess.