(1869–1922)
Der vor 50 Jahren verstorbene Jacques Fischer-Hinnen machte sich in dreifacher Hinsicht um die Elektrotechnik verdient: als begabter Konstrukteur von Maschinen, als Verfasser zahlreicher fachtechnischer Aufsätze und zweier Lehrbücher und schliesslich als begnadeter Lehrer am Technikum Winterthur.
Geboren in Zürich am 7. Mai 1869, absolvierte er nach dem Besuch des Gymnasiums eine Lehre und anschliessend das Technikum Winterthur. Als 19-Jähriger trat er bei der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) als Elektrotechniker ein. Neben der Arbeit vervollkommnete er sein mathematisches Wissen durch intensives Selbststudium.
Längere Zeit war er für die MFO in Spanien tätig, später schickte man ihn auf eine Studienreise nach den USA. 1895–1905 traf man ihn in Paris, Prag und Wien. Zur MFO zurückgekehrt, übernahm er den durch den Weggang Arnolds verwaisten Posten des Chefkonstrukteurs und Oberingenieurs der Kleinmotorenabteilung. 1914 erhielt er eine Berufung als Hauptlehrer für Elektrotechnik ans Technikum Winterthur. Diesen Posten hatte er inne, bis ihn am 13. Januar 1922 ein Schlaganfall dahinraffte.
Fischer-Hinnen war der Verfasser zweier anerkannter Lehrbücher, nämlich «Die Wirkungsweise, Berechnung und Konstruktion elektrischer Gleichstrom-Maschinen» (1891) und des einen Tag vor seinem Tod vollendeten «Theoretischen und praktischen Lehrbuches der Elektrotechnik». Ende der 90er-Jahre führte er bei Gleichstrommaschinen Wendepole und Kompensationswicklungen ein. Darüber hinaus schrieb er über 50 Abhandlungen über Gleich- und Wechselstromtechnik sowie über mathematische und theoretische Probleme.
Den vielen Schülern am Technikum war er nicht nur ein hervorragender Lehrer, sondern ein Freund und Berater, mit dem sie weit über die Studienzeit hinaus gerne in Kontakt blieben.
Fischer-Hinnen war nicht einseitig Techniker, sondern interessierte sich lebhaft für Kunst, Musik, Geschichte, Sprachwissenschaft und Philosophie. Kein Wunder, dass der frohe Mann ein guter Gesellschafter war.
Aus seiner Ehe mit Maria Eva Hinnen aus Reiden entsprangen 5 Mädchen und 2 Söhne. Von diesen Letzteren widmete sich Karl der Elektrotechnik und gründete später die Firma XAMAX, während Franz die musische Anlage erbte und Bildhauer wurde.