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40 - Die 7 Todsünden der Kontaktphysik




An die 100 Teilnehmer kamen an die Hochschule für Technik nach Windisch, um sich über Grundlagen, Konstruktionen, Herstellung und Anwendung von Kontakten zu informieren.

Der einleitende Vortrag von Arthur Windisch, Siemens Schweiz AG, gab einen systematischen Einstieg in das Thema der Kontakte - schaltende wie ruhende - in modernen und komplexen elektronischen Systemen. Er warnte eindringlich die Komplexität von Kontakten zu unterschätzen und wies vor allem auf die derzeit übliche Prozessgläubigkeit und deren Gefahren hin. Eigene Kenntnisse und ein reger Informationsaustausch zwischen Hersteller und Anwender sind das beste Rezept für die Realisierung von zuverlässigen und sicheren Systemen.

Im Grundlagenvortrag von Dr. Thomas Schöpf, Delphi Mechatronic Systems, wurde auf die gängigen grundlegenden Fehler bei der Anwendung von elektrischen Kontakten eingegangen. Vor allem betonte der Referent, dass immer das Schaltgerät den Kontakt im System zu beurteilen hat. Dr. Schöpf wies ausdrücklich auf die Gefahr gefritteter Kontakte hin, deren Verhalten schwer vorhersehbar und daher kaum zu beurteilen ist..

Dr. Peter Braumann ging auf die Anwendung von Silberkontakten, deren Auswahl sowie deren Vor- und Nachteile ein. In einem sehr komprimierten Vortrag wurde den Teilnehmern die Illusion eines idealen Silber-Kontaktwerkstoffes genommen. Obwohl dieser ideale Werkstoff nicht vorhanden ist, gibt es für nahezu jeden Anwendungsfall und jedes Schaltgerät geeignete Werkstoffe, die die Erwartungen an umweltfreundliche und cadmiumfreie Werkstoffe erfüllt.

Bernd Gehlert, W.C. Heraeus, zeigte die Eigenschaften verschiedener Goldlegierungen und deren unterschiedliche Charakteristik in Abhängigkeit vom Herstellverfahren auf. Er wies vor allem auf den Vorteil von Goldkontakten bei kleinen Signalen hin, die mit Silberkontakten nicht mit der gleichen Zuverlässigkeit geschaltet werden können.

Dr. Jochen Horn, Tyco Electronics AMP, ging auf Grundlagen und Anwendung von steckenden Kontakten ein und zeigte typische Fehler, die durch falsche Anwendung, falsche Paarung und mangelndem Fachverständnis entstehen können.

Sehr eindrücklich war der Vortrag von Dr. Hans Weichert, Rockwell Automation, der sich mit der Problematik der Klemmen von Schützen auseinandersetzte. Schlecht angezogene Klemmverbindungen oder unprofessionell hergestellte Kabelenden können bis zu Bränden in Schaltschränken mit entsprechend dramatischen Auswirkungen führen. Er zeigte aber auch, dass es sehr einfache und kostengünstige Methoden gibt, dies zu verhindern.

Eberhard Kirsch, Consultant bei Hengstler GmbH, ging auf die normativen Anforderungen von Leistungsrelais ein und zeigte anhand der Isolationsbemessung wie komplex und doch einfach die Bemessung der Isoaltionsanforderungen sein kann, wenn die entsprechenden Kenntnisse vorhanden sind.

Im abschliessenenden Vortrag von Dr. Werner Johler, Tyco Electronics, wurde gezeigt, dass Fehler bei Signalrelais eher durch falsches Handling und falsche Verarbeitung verursacht werden als im praktischen Einsatz.

Aus dem eingegangen Feedback der Teilnehmer, waren "Die 7 Todsünden der Kontaktphysik" eine ausserordentlich informative und lehrreiche Tagung, die den Teilnehmern praktisches Wissen für Ihren Berufsalltag vermitteln konnte.

Dr. Werner Johler
Tagungsleiter

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