ITG-Automation, Fachtagung, 29. November 2005, ZHW Winterthur
| Folien als PDF: | Detlef Vollmann Medard Rieder Jörg Blattner Hermann Betz Michael Hammer Felix Frey Jan Altenberg Christian Laux Markus Wild |
| Fotogalerie: | http://www.pbase.com/itg/linux |
80 interessierte Teilnehmer besuchten die ITG-Fachtagung der Fachgruppe-Automation. Auf dem Menüplan standen nützliche Grundlagenreferate, auch im Bereich der Echtzeitanwendungen, und abwechslungsreiche Erfahrungsberichte sowie rechtliche Aspekte und strategische Risiken.
Das fachkundige Einführungsreferat von Detlef Vollmann, angereichert mit vielen hilfreichen Tipps und Hinweisen zu den entsprechenden Distributionen, zeigte die verschiedenen Bausteine einer Embedded Linux-Architektur. Auch Médard Rieder lieferte viele Links und wertvolle Empfehlungen rund um die Tools der Linux-Welt.
Linux hat in der Automation bereits verschiedentlich Fuss gefasst. Dabei ist die Echtzeitfähigkeit bei vielen Automationsanwendungen ein zentrales Thema. Jörg Blattner zeigte wie, dank der Real-Time-Erweiterung RTAI, der Jitter auf minimale Werte verringert werden kann. Basierend auf RTAI stellte Hermann Betz eine standardisierte OpenSource-Umgebung für Steuerungen vor. Der Praxisbericht von Felix Frey zeigte die konkrete Anwendung der Linux-Echtzeitmechanismen in einem Echtzeit Mess-und Steuersystem unter Linux. Auch Jan Altenberg stellte die Entwicklung einer echtzeitfähigen Kommunikationsplattform für verteilte NC-Steuerungssysteme unter Linux vor, hier im Beispiel für die Holzindustrie. Ein wesentlicher Vorteil in diesem Konzept ist die Unabhängigkeit von SPS-Herstellern. Interessant war auch der Aspekt der Forderung nach einer Entwicklungsumgebung auf gewohnten Windows-Plattformen, welche durch Crossentwicklung in Eclipse erreicht werden kann. Um die Bedürfnisse der Automatisierung mit den Möglichkeiten der Open-Source-Welt zu vereinigen, wurde die Initiative Open Source Automation Development Lab (http://www.osadl.org) von Markus Wild vorgestellt. Er zeigte auch, welche strategischen Gründe zu dem Entscheid seines Unternehmens für Linux führten.
In einem weiteren Praxisbericht führte Michael Schenk kompetent durch die Entwicklung der Siemens IP-TV SetTop-Box, welche unter Embedded Linux läuft. Das Projekt wurde von Noser Engineering unterstützt. Die rechtlichen Aspekte stellte Dr. Christian Laux von OpenLaw mit dem Einblick in einige Open-Source-Lizenzen dar. Die meisten OSS-Lizenzen laufen unter GNU General Public Licence (GPL) und sind echte Copyleft-Lizenzen, welche gemäss Richard Stallmann aus einem Softwarecode ein frei verfügbares Programm machen und verlangen, dass alle modifizierten und erweiterten Versionen auch als frei verfügbare Software gelten.
Es kommen immer mehr Studenten auf den Arbeitsmarkt, welche erstaunlich gut mit Linux-Software umgehen, beobachtet Jörg Blattner und fordert die Industrie auf, dieses Potenzial zu nutzen.
Ruedi Felder
Sekretär der ITG